Sonntag, 27. Februar 2011

[Rezension] Nephilim (Asa Schwarz)

Nephilim – Asa Schwarz

Greenpeace ist berühmt, fast schon berüchtigt sind die Aktionen der Umweltaktivisten. So auch Nova Barakel, die junge Frau stürmt zusammen mit einigen gleichgesinnten „Kollegen“ die Wohnung des Vorstandsvorsitzenden von Vattenfall, um einem der größten Klimasündern eine Lektion zu erteilen. Allerdings verläuft die Aktion alles andere wie geplant. Der Geschäftsmann und seine Frau sind daheim, nur findet Nova diese beiden Menschen brutal ermordet und geschändet vor.

Wie eine makabres Theaterbild arrangiert und ins beste Licht gerückt, liegen die beiden Geschäftsleute auf dem Bett. Hinter ihnen an der Wand zeigt sich ein mit Blut und Exkrementen verfasstes Bibelzitat über die Sintflut. Zu Tode erschrocken flieht die junge Frau vom Tatort. Hals über Kopf die Wohnung verlassend hinterlässt sie einige persönlichen Spuren, so dass die Kriminalpolizei leichtes Spiel hat und sie als mutmaßliche Täterin sieht.

Nova Barakel die kürzlich ihre Mutter durch einen Unfall verloren hat und seit kurzem Vollwaise ist, sieht nur die Chance ihre Unschuld zu beweisen in einer recht eiligen Flucht. Novas Probleme sind aber noch vielfältiger – ihre Mutter die in ihrem Erbe das Vermögen geteilt hat, hat eine Organisation mit dem Namen FON bedacht und diese behauptet steif und fest, dass ihre Mutter und auch sie selbst direkte Nachkommen von gefallenen Engeln sind.....


 
Kritik


 
Wer hier einen Ökothriller vermutet, liegt total daneben. Hier reihen sich wie die Lemminge die verschiedenen Genres die Hand. Thriller, Horror, Fantasy, Mystery von allen etwas, aber von jedem zu viel oder zu wenig.

Sicherlich gibt es akute Umweltprobleme die nicht von der Hand zu weisen sind, aber in diesem Roman sind sie thematisch überflüssig. Mit einigen Details spielt die Autorin Asa Schwarz gekonnt ihre eigene Interna aus und weist mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die Probleme und evtl. Lösungen die ein jeder nicht nur einmal bisher gehört hat. Nebenbei gibt sie einen Exkurs in Bibelgeschichte und katapultiert die Leser in das Alte Testament inmitten der Geschehnisse von Noah und seiner Arche.

Das die Engel und deren Nachkommen alles andere als eine reine Weste haben, wird hier schnell deutlich, doch ihr Motiv ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass eine aufkommende Atmosphäre schon im Keim erstickt. Die Handlung überschlägt sich mit Flucht, Gefahr, späteren Intrigen und den persönlichen Problemen einer Polizistin, deren „Liebster“ ein Pathologe natürlich auch der Nachkomme eines gefallenen Engels ist.

So richtig konnte sich die Autorin scheinbar nicht entscheiden und so ist „Nephilim“ nichts anderes, als ein schlecht gewebter, löchriger Flickenteppich.

Tja, und wer hier erwartet, etwas mehr über die Sintflut, deren Ursache und den überlebenden „Engeln“ und deren Nachkommen, zu erfahren, der wird außer ein paar, wenig plausiblen und auf Fakten basierende Erklärungen stoßen.
Auch wenn das Thema „Übernatürlichkeit“ immer gerne in Romanen aufgegriffen wird, so wird es hier doch eher missbraucht.

Die Story ist vorhersehbar, unlogisch und absolut eindimensional erzählt. Die Protagonisten wenig wirklich greifbar und alle weder sympathisch noch unsympathisch, sie sind einfach nur da und handeln, aber wirkliches Mitgefühl empfindet man hier in keiner Situation.


 
Fazit


 
„Nephilim“ von Asa Schwarz ist absolut nicht zu empfehlen. Eine der wenigen Autorinnen die es nicht versteht Spannung zu erzeugen oder wenn schon das nicht, dann wenigstens die Protagonisten interessant und vielseitig zu konzipieren.

Spannend ist der Roman keinesfalls, eher enttäuschend und für mich persönlich war es eine wertvolle Verschwendung von Zeit.



 
Michael Sterzik




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