Samstag, 6. November 2010

Entsetzen - Karin Slaughter

Entsetzen – Karin Slaughter

Karin Slaughter – Nein, der Name ist nicht Programm oder ein Synonym für Ihre Thriller die sie erfolgreich verfasst.

Im vorliegenden Band – „Entsetzen“, lässt die Autorin Ihren Ermittler und Protagonisten Will Trent ermitteln.

Inhalt

Special Agent Trent von Georgia Bureau of Investigations, dass eine Ähnlichkeit dem dem staatlichen FBI hat, aber in diesem Fall nur auf Landesebene verantwortlich ist, ist ein erfolgreicher Beamter, mit eigenwilligen Methoden und einen Sinn fürs Detail, wo andere diese vielleicht übersehen.

Trent ist Legastheniker und damit sind geschriebene Sätze für ihn meist ein kompliziertes Rätsel, dass er nur angestrengt und hochkonzentriert zu lösen vermag. Doch im Alltag und auch in seinem Beruf weiß sich der intelligente Beamter zu helfen. Ein kleines digitales Diktiergerät in seiner Anzugtasche, ist sein ständiger, hilfreicher Begleiter. Auf einfache Notizblöcke verzichtet er.

Auf seinem Computer im Büro hat er sich eine Spracherkennungssoftware installiert, die er für seine Berichte benutzt. Bisher konnte er all das verschleiern, seine direkte Vorgesetzte weiß von seiner Behinderung, doch er steht unter ihrem Schutz, denn sie weiß, über welche Talente er verfügt.

In Polizeikreisen ist Will Trent nicht unbedingt beliebt. Als interner Ermittler spielte er immer alleine auf seiner persönlichen Bühne, und nun nach seiner letzten Ermittlung bei der gegen korrupte Kollegen ermittelte, ist sein Ruf nicht gerade gestiegen. Den Stempel eines Verräters in den eigenen Reihen wird man nicht mehr so schnell los.

Doch nun, in seinem nächsten Fall, bekommt er eine Partnerin an die Seite, eine junge Frau in Rang eines Detective, des Atlanta Police Departments. Ihre Mutter wurde durch die Ermittlungen von Trent vom Dienst suspendiert und später entlassen.

Trent und Faith ermitteln in einem mysteriösen Fall, der Fragen aufwirft die sich bisher keiner erklären kann.

Als Abigail Compano von einer Tennisstunde nach Hause kommt, eröffnet sich ihr ein grausames Bild. Ihre Tochter liegt voller Blut und mit ihren Gliedern verdreht, tot vor ihr. Ein junger Mann stürzt auf die verschreckte Mutter zu, panisch und voller Angst wehrt sich die junge Frau gegen den vermeintlichen Mörder ihrer Tochter. Mit den Waffen einer verzweifelten Frau in Todesangst wehrt sie sich und es gelingt ihr, den jungen Mann mit ihren eigenen Händen zu erwürgen.

Als Trent und Faith Mitchell mit ihren Ermittlungen beginnen, ist nichts so wie es scheint. Der junge Mann war scheinbar nicht der Mörder, evtl. ein Freund der getöteten jungen Frau, der zufällig am falschen Ort, zur falschen Zeit dort war und helfen wollte, oder hatte er doch etwas mit der grausamen Tat zu tun!?

Als der gerichtliche Pathologe die Leiche der jungen Frau untersucht, wird es schnell klar, dass das ermordete Mädchen nicht die Tochter von Abigail und Paul Compano ist. Aber wo ist Emma nun? Wer hat sie entführt?

Für Will Trent und Faith Mitchell wird es ein Kampf gegen die Zeit. Zusammen ermitteln sie in diesem undurchsichtigen Mordfall, an der Highschool und der Technischen Universität in Atlanta konzentrieren sich ihre Ermittlungen um Freunde und Mitschüler der beiden, toten Schülern...

Kritik

Karin Slaughter schubst Will Trent in einen komplizierten, mysteriösen Fall der die Leser in einem spannenden Thriller katapultiert. Nichts ist wie es scheint, immer wieder summieren sich die Details zu einem irren Schachbrett, auf dem jeder Schachzug wiederum eine neue Perspektive wiedergibt.

„Entsetzen“ ist ein gut gewählter deutscher Titel für diesen Roman. Karin Slaughter schreibt nicht nur spannend, sondern auch so emotional, dass der Leser sich mit den Ängsten und den Hoffnungen der Protagonisten mehr als sehr gut, identifizieren kann. Die Ängste der Eltern und die Verzweiflung der Mutter die in Notwehr den jungen Mann getötet hat, der wahrscheinlich nur verstört und verletzt , selbst nach Hilfe suchte. Oft wird sich der Leser fragen: Was ist nun Realität und was kann nur verwirrende Fiktion sein?! Wer lügt oder verschleiert die Wahrheit? Der Grad zwischen Wahrheit und Betrug ist nur ein schmaler Strich. Was übrigbleibt, ist ein nebeliger Sumpf der beim Leser nur die finstersten Abgründe präsentiert.

Der Roman entwickelt sich recht langsam, oder sagen wir besser – die Autorin lässt die Handlung wohlüberlegt aufbauen und so wird das Buch von Seite zu Seite packender und mysteriöser.

Die Protagonisten hat die Autorin Karin Slaughter sorgfältig konzipiert. Alleine Special Agent Will Trent ist der klassische Antiheld, der aber sympathisch und nicht ohne Schattenseiten seiner Persönlichkeit auftritt. Nicht nur sein berufliches Umfeld gleicht, einen Minenfeld, auch in seiner Vergangenheit und seiner gegenwärtigen, privaten Umgebung stellt sich ihm die eine oder andere Herausforderung.

Mit seiner „neuen“ Partnerin Faith Mitchell muß sich der Einzelgänger zusammen raufen. Faiths Mutter, auch eine Polizisten wurde durch die Ermittlungen Trents gezwungen ihre Karriere zu beenden. Etwas, was Faith nicht versteht, bzw. nur die eine Seite der Medaille kennt, und nun ist sie gezwungen mit dem Mann zusammen zu arbeiten, der das Leben ihrer Mutter zum negativen verändert hat.

Viele einzelne verwendete Faktoren bilden einen hervorragenden Roman der sich auf die Charaktere konzentriert und so die Geschichte realistisch widerspiegelt. Schier aufs penibelste Ausgewogen überlässt die Autorin nichts dem Zufall.

Es gibt nicht viel Nebenhandlungen, der Roman konzentriert sich auf die Ermittlungsarbeit und der Leser wird es als erholsam erachten, wenn Will sich zu Hause mit seiner Freundin austauscht, oder Faith an der Beziehung zu ihrem Sohn feilt, der auch an einer der Universitäten studiert.

Das Zusammenspiel von Will Trent und Faith Mitchell ist alles andere als einfach. Doch die Dynamik des Duos überzeugt, es sind beides Charaktere die innerlich sensibel und nach außen hin hart agieren. Ihre Vergangenheit spielt im Grunde keine Rolle, doch für die Entwicklung der beiden zu einer ermittlerischen Einheit, ist diese unbedingt nötig.

Fazit

„Entsetzen“ von Karin Slaughter ist ein emotionaler Thriller der durch „Menschlichkeit“ kristallklar überzeugt. Atemlose Spannung, komplexe Charaktere und eine Dynamische Handlung die immer wieder Überraschungen bereithält, versprechen großartiges Kopfkino.

„Entsetzen“ ist der zweite Roman um den Ermittler Will Trent, aber nicht der letzte. Ich freue mich, bald mehr von dem Duo Trent und Mitchell zu lesen.

Der Name „Karin Slaughter“ ist schon längst Garant für spannende Unterhaltung, und doch schafft sie es mit diesem Roman erneut, sich zu steigern.  

Michael Sterzik

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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