Samstag, 19. Dezember 2009

Wenn Gott spricht - Andreas Englisch


Andreas Englisch – Wenn Gott spricht – Die Prophezeiungen der katholischen Kirche

Prophezeiungen gibt es seit Anbeginn der Menschheit und ihren Mythen, Legenden und Religionen. Erinnern wir uns an die biblische Prophezeiung ein Messias – der Sohn Gottes würde uns am Tag des jüngsten Gerichts besuchen, oder Moses der vor den Pharao (wahrscheinlich) Ramses vor den Zorn Gottes warnt. Die Prophezeiungen aus dem alten Testament sind uns wohlbekannt, daneben gibt es noch unzählige andere Seher und Deuter die manchmal in versteckten und verschlüsselten Botschaften zu uns sprechen, manche erklären das sie das Wort Gottes verkünden, andere hingegen plappern vielleicht nur von kommenden Situationen deren logische Konsequenz aus der Gegenwart resultiert.

Prophezeiungen sind tief mit uns „gläubigen“ oder auch „ungläubigen“ Menschen verwurzelt. Genauso wie die Religion bewegen sie sich in zwischen Wahrheit und Fiktion, und der Zwischenraum ist ausgefüllt mit den Hoffnungen und Ängsten der Menschen die aus reinem Optimismus daran glauben möchten.

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, die Gegenwarten beeinflussen und die Zukunft....? Nun ja die Zukunft ist nicht greifbar und ändert sich mit jedem Tag! Sieht man allerdings die Prophezeiungen mit religiöser Perspektive, so spricht man von der Botschaft Gottes durch einen Propheten, einen heiligen Mann, es können aber genauso arme Hirtenjungen und Mädchen sein?! Gott scheint nicht besonders wählerisch zu sein, manchmal taucht auch die „Mutter“ Gottes auf und weist uns Wege und (oder) Auswege, ggf. warnt sie die Menschheit auch. Die Wissenschaft der oftmals betitelte Erzfeind der Religion belächelt eher müde diese Thesen, oder verhält sich mathematisch eher logisch und rational.

Andres Englisch der seit 1987 Vatikan- Korrespondent in Rom ist und engen Kontakt zu dem Jahrtausend-Papst Johannes Paul II. und auch zu dem deutschen Papst Benedikt XVI hegt, interpretiert die Worte und die Taten der „heiligen“ Männer als Gottes Botschaft. Waren oder sind einzelne tief gläubige Menschen oder gar Diener der katholischen Kirche Botschafter Gottes – spricht Gott bis heute so mit seinen Schafen und hatte dies schon Auswirkungen auf historische Ereignisse?!

Kritik

Andreas Englisch der Autor des Buches ist an erster Stelle Journalist. Mit seinem intensiven Wissen rund um die Interna des Vatikans der Millionen von Menschen fasziniert, gehört er mit zu einem der wenigen Vertrauten der Kirchlichen Kurie.

In seinem vorliegenden Buch gibt es eine Meng e an Wundergeschichten rund um Jonhannes Paul II. und das amtierende Oberhaupt der katholischen Kirche Benedikt XVI. Zwar betont Andreas Englisch immer wieder das man die Prophezeiungen entweder aus der Perspektive eines gläubigen Christen sehen kann, oder als Realist dieser Vorhersehungen logisch rational erklärbar sieht. Zwar gibt sich der Autor die Mühe es neutral zu sehen, doch merkt man nach wenigen Seiten sehr schnell das Andreas Englisch überzeugt ist, dass Gott durch den Menschen seine Botschaften sendet.

Andererseits kritisiert er die oftmals konservative Politik des Heiligen Stuhls und berichtet von einigen Insiderwissen, was sich durchaus kritisch liest.

„Wenn Gott spricht“ von Andreas Englisch hat mich nicht überzeugen können. Vielleicht liegt es daran das ich zwar gläubig, aber nicht naiv bin, dass ich durchaus unterscheiden kann von logischen Konsequenzen aus Handlungen heraus Situationen zu interpretieren und Details erkennen kann, dass es sich hier um keine Prophezeiung handeln kann, sondern nur durch menschliche Schlussfolgerungen.

Die Leserschaft wird das Buch sehr konträr sehen. Die einen werden sagen; „Das ist keine Vorhersehung, sondern nur das Resultat von Ereignissen“, andere hingegen wirklich gläubige Menschen werden sich in ihren Gedanken sicherlich dort wiederfinden wohin die Botschaften auch Gelangen soll.

In hohen Respekt und da pflichte ich dem Autor bei spricht er von den Entscheidungen und politischen Beeinflussungen von Papst Johannes Paul II, der mit Sicherheit Katholischen Oberhaupt wie auch politischer Monarch seines Kirchenstaates war und es verstanden hat Religion manipulierend einzusetzen.

Viel Interessanter geht es im Buch zu wenn der Autor über die Abläufe und Prozesse innerhalb der vatikanischen Mauern spricht. Sicherlich gibt es zu diesem Thema viel Literatur, aber Andreas Englisch hat durchaus Talent das unterhaltsam für den Leser aufzuarbeiten.

Fazit

„Wenn Gott spricht“ von Gott spricht ist nur bedingt empfehlbar. Wer sich mit dem Thema „Botschaften durch Gott“ oder Prophezeiungen beschäftigen möchte, dem sei von diesem Buch abzuraten. Vielmehr handelt das Buch von den Leben und den Handlungen der beiden Päpste und sekundär erst um irgendwelche Vorhersehungen die man logisch erklären deuten und erklären kann.

Wer allerdings viel wissen möchte wie es in Kirchenkreisen zugeht der wird an dem Buch gefallen finden, denen hier liegt das große Wissen von dem Autor und da kann er wirklich eindrucksvoll und mit Bravur erzählen.

Autor

Andreas Englisch, geboren 1964 in Werl, lebt seit 1987 als Vatikan-Korrespondent in Rom. Er hatte engen Kontakt zu Papst Johannes Paul II. und gehört zu den sechs Journalisten, die Benedikt XVI. auf allen Reisen begleiten dürfen. Er ist Autor der Bestseller „Johannes Paul II.“ und „Habemus Papam“ und „Die Wunder der katholischen Kirche.


Michael Sterzik





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