Mittwoch, 1. April 2009

Pakt der Hexen


Pakt der Hexen

Nach den turbulenten Ereignissen um den Sorgerechtsstreit um ihre Stieftochter Savannah hat die Hexe Paige Winterbourne noch immer alle Hände voll zu tun. Da sie aus dem Hexenzirkel ausgeschlossen wurde und nun in der paranormalen Welt etwas verloren dasteht, versucht sie selbst eine zauberhafte Vereinigung von Hexen ins Leben zu rufen, was gar nicht so einfach ist.

Doch es gibt auch viel neues positives in ihrem persönlichen Umfeld. Paige hat nun einen Mann an ihrer Seite, und dieser ist alles andere als normal. Lucas Cortez ist Magier, Rechtsanwalt und Erbe des wohl mächtigsten Magierclans. Bisweilen ist er ein wenig eigensinnig und sieht sich als glorreicher Ritter und bekämpft Ungerechtigkeiten wo er sie nur finden kann, doch hat ungeahnte Talente und ein Selbstbewusstsein was nur schwer zu erschüttern ist.

Die Ruhe findet ein plötzliches Ende als Lucas Vater Benicio das Oberhaupt des Magierclans während der Abwesenheit seines Sohnes bei Paige erscheint. Indirekt bittet Benicio Cortez Paige und Lucas um Hilfe. In Miami, den Sitz des Cortez-Clans gibt es einen Mörder der die Kinder der Magierfamilien bedroht, es ist schon zu ersten Todesfällen gekommen und ein Mädchen liegt noch im Koma. Paige`s innerliche Alarmglocken schlagen schon an und gemeinsam mit Lucas und Savannah reisen diese nach Miami.

In der sonnigen Stadt erwartet sie aber das „Böse“. Nicht nur der Cortez-Clan hat mit der Bedrohung durch den Killer Angst und Schrecken, auch der Boyd und der Nast-Clan sind schon von ersten Angriffen, eines höchst wahrscheinlich paranormalen Mörders bedroht.

Lucas und Paige die beide Angst davor haben, dass auch Savannah getötet werden könnte, vertraut ihren Freunden Elena und Clay Savannah an. Beides Werwölfe und damit durchaus im Stande jegliche Bedrohung auszuschalten.

Gemeinsam mit einer Nekromantin und einer schon sehr alten Vampiren die Lucas und Paige bei ihre gefährlichen Ermittlungen unterstützen, werden auch sie selbst das Ziel des Killers und geraten in tödliche Gefahr....

Kritik

„Pakt der Hexen“ von Kelley Armstrong ist der vierte Teil der Reihe „Woman oft he Otherworld“ . Armstrong Hauptprotagonisten sind zumeist Frauen die in den Geschichten ihren Mann stehen müssen. Waren es in den ersten beiden Romanen, weibliche Werwölfe, so spielt in den dritten und vierten Teil Paige Winterbourne in ihren Wesen als Hexe die Hauptrolle, im fünften Teil wird Eve, die verstorbene Mutter von Savannah als Geist die Geschicke lenken.

Sicherlich ist „Pakt der Hexen“ unabhängig von den anderen Teilen zu lesen, doch empfehle ich es, bei Band 1 anzufangen, da alle Protagonisten, weibliche wie auch männliche in fast allen Bänden manchmal sogar eine tragende Rolle spielen. Manche Dialoge und Rückblenden sind also erst für den Leser verständlich wenn er die Vergangenheit der Figuren nachvollziehen kann.

Gerade das etwas schwierige und angespannte Verhältnis von Lucas zu seinem Vater Benicio findet in Band drei eine erste Erklärung die in diesem Band weiter vertieft wird. Lucas im Schutze und Schatten seines mächtigen Vaters aufgewachsen weiß um die Strukturen und Gesetze des Magierclans,, sieht aber in vielen Situationen Ungerechtigkeiten die das ganze System für seine Augen als unglaubwürdig darstellen.

Sein Vater dagegen der das rebellische Verhalten seines Lieblingsohnes eher für jugendlichen Übermut hält unterstützt ihn finanziell und behindert ihn auch nicht.

In Kelley Armstrongs magischer Welt geht es natürlich auch wie im realen Leben der Menschen nicht ohne Konfrontationen zu. Auf der einen Seite gibt es die Magier, die arrogant und schier selbstsicher sich als Denker und Lenker verstehen, daneben existieren die Hexen die mit den Magiern seit den Anfängen konkurrieren, aber aus verschiedenen Ängsten nicht an Boden gewinnen können, innerhalb dieser Welt spielen dann noch Nekromannen, Schamanen, Druiden und natürlich auch Dämonen mit, die den Magiern zumeist dienen. Etwas abseits davon und für sich selbst verantwortlich, trennen sich die Vampire und Werwölfe von den anderen Gruppierungen und haben ihre ganz eigenen Probleme. Schon als Minderheit und vom „Aussterben“ bedroht, beteiligen sich diese nicht an den Vormachtskämpfen und magischen Auseinandersetzungen um wirtschaftliche und politische Macht.

Man erkennt also, Kelley Armstrongs magische Welt ist komplex und sehr kompliziert, was in den Handlungen der einzelnen Romane die Spannung und Abwechslung sehr nach vorne treibt.

Pakt der Hexen – ist ein magischer Thriller, mit vielen unterschiedlichen Ansätzen was den Protagonisten positiv anzurechnen ist. Jede Spezies hat so ihre eigenen Fähigkeiten und Eigenarten und selbsterschaffene menschliche Probleme. Paige Winterbourne, eine noch junge, aber talentierte Hexe ist eher überheblich und aufbrausend, wohingegen ihr Freund Lucas als Magier, ruhig und sachlich versucht die Situationen zu entschärfen. Eine Mischung des Duos die sich wunderbar ausgleicht und ergänzt. Aber nicht ohne Konfliktpotential in der Beziehung auskommt. Paiges Ziehtocher hat enormes, magischen Potential, was sie ihrer verstorbenen Mutter Eve zu verdanken hat, aber mit ihren jungen Jahren und noch lange nicht abgeschlossenen Ausbildung, ein leichtes und viel beachtestet Ziel für einige Interessenten gilt.

Die Autorin Kelley Armstrong hat in den Roman „Pakt der Hexen“ die Spannung die auch schon im dritten Teil durchweg konstant und sogar steigend war, einen weiteren Schubs nach vorne geben können. Da sich die Charaktere mit den einzelnen Geschichten immer weiter vertiefen, nimmt der Anspruch an der Spannung auch linear immer weiter zu. Zwar gibt es immer den gleichen engeren Kreis paranormaler Personen und es kommen auch immer einige dazu, doch gibt es auch Opfer die nach ihrem (un)natürlichen Tod wohl nicht wieder auferstehen werden.

Pakt der Hexen – ist spannend verfasst und weiß zu überraschen. In diesem Thriller, auch mit seinen phantastischen Elementen verfolgt der Leser die Serienmorde eines paranormalen Killers und die Ermittlungen unserer zwei mit Magischen Fähigkeiten gesegneten Hauptprotagonisten. Der Leser ist zwar versucht mit den Täter zu ermitteln, aber aus Unkenntnis der nicht menschlichen Verdächtigen kann das gar nicht gelingen. Trotz allem, die Spannung steigt, für Action ist vielfach gesorgt und als besonderes Schmankerl kommt der Humor erst recht nicht zu kurz. Paige etwas aufbrausendes Temperament und ihre erzählerische Perspektive sind gleichsamt zynisch lustig wie auch ansprechend der Situation abgestimmt.

Der Roman ist zwar ein in sich abgeschlossener Roman, doch weiß man als Leser nach der letzten Seite, dass es noch weitergehen muss. Alleine schon die Familienverhältnisse innerhalb des Clans der Cortez gibt viel Handlungsspielraum und Idee für zukünftige Projekte.

Fazit

Pakt der Hexen kann ich sehr empfehlen. Nicht nur Frauen wird der Roman spannend, vielseitig und interessant sein, auch wenn in den Romanen jedesmal der weibliche Part die Zügel in der Hand hat. Sicherlich ist hier auch für Romantik gesorgt und auch wenn die Protagonisten untot, unheimlich und unglaubwürdig agieren, so sind sie oder waren es zumindest auch Menschen. Für Leser die komplexe Verflechtungen, Intrigen und Magie lieben, wird dieser Roman viele Überraschungen bereitlegen.

Kelley Armstrong schreibt erstaunlich frisch und flüssig, sie hält sich nicht lange in Beschreibungen auf, sondern legt viel Wert auf prickelnde, zynische Dialoge und ansteigender Spannung.

Der Roman sollte, und das empfehle ich wärmstens, nicht als erstes Buch gelesen werden, der vorherige Titel – Nacht der Hexen – in dem auch die Hexe Paige die Hauptrolle spielt , sollte zumindest schon gelesen sein, besser noch man fängt gleich mit den beiden Romanen „Blut der Wölfin“ und „Rückkehr der Wölfin“ an, denn das ist der Anfang der magischen Saga. Somit ist dem Leser gewährleistet, dass er einige Personen die dort auftauchen, wie eben die Werwölfe schon kennen- und lieben gelernt hat.

Michael Sterzik





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