Mittwoch, 10. Dezember 2008

Gladiator (Filmkritik) Ridyley Scott

In der Ewigkeit wird man sich Eurer Taten erinnern, sagt der Römische Tribun Maximus zu seinen Männern, Minuten noch bis diese in den Kampf reiten, vielleicht erwartet sie der Tod, und nicht der erhoffte Frieden, die damit verbundene Ehre.

Vor fünf Jahren wurde mit diesem Film "Gladiator" - Regisseur Ridley Scott - nach Jahren wieder ein Film in den Kinos gezeigt der Historisch zwar nicht ganz korrekt, aber das Genre wieder auferstehen ließ, und das gleich mit einem zu Recht, phänomenalen Erfolg.

Ja, der Titel des Filmes verheißt "Blut, Kampf, Brutalität", auch ich dachte dies als ich damals den Kinosaal betrat. Schon die ersten Szenen des Films ließen den Gedanken zu, dass der Film mehr ist als pure Action. Er ist einfach brillant, und das aus Gründen die ich noch erklären werde.




Story - Geschichte

Im Jahre 180 n. Chr. Das Römische Reich regiert unter dem Imperator/Kaiser Marcus Aurelius - die Weltmacht kämpft an vielen Fronten und vergrößert seinen Einfluss, prägt die Politik, die Kultur und beherrscht die Menschen.

Im fernen Germanien, im fahlen Morgenlicht des beginnenden Tages sieht der Zuschauer wie eine Hand fast schon vorsichtig über volle Weizenähren streicht, behutsam, fast schon zärtlich. Man hört das leise Lachen von Kindern...

Sekunden später sieht man einen erschöpften, in Gedanken versunkenen Mann - es ist der Tribun Maximus (Russel Crowe) - der römische Befehlshaber. Er wirkt seelisch ermüdet abgekämpft, sein Blick klärt sich, seine Gesichtszüge wirken gespannt...er wendet sich ab, hält inne und sieht einen kleinen Vogel der auf einen Ast sitzt und wegfliegt. Er lächelt und sieht dem Vogel nach.....

General Maximus wird von seinen Soldaten geachtet und verehrt. Er ist einer der ihren, kein glanzvoller und rücksichtsloser "Held des Römischen Reiches".

Tausende von Kilometern entfernt gehen quälend langsam Bogenschützen und Fußtruppen in Stellung, bereit für das Wohl des Imperiums zu töten und zu sterben.
Kriegsmaschinen - Katapulte werden geladen und in Stellung gebracht und lassen kurz darauf die Hölle los.

Es wird ein blutiger Kampf, Die Kriegsmaschinerie Roms gegen einen Germanischen Stamm - Mann gegen Mann - Sieger sind natürlich die Römer mit ihrer konsequenten und brutalen Art Krieg zu führen.

Der greise Kaiser Marcus Aurelius der seinen nahen Tod ahnt ist von der Römischen Politik die moralisch und rechtlich korrumpiert ist enttäuscht. Er will dem römischen Volk wieder den Senat wiedergeben, eine Demokratie, keine Diktatur, keinen Gott-Kaiser und bittet seinen beliebten Tribun Maximus sein Nachfolger zu werden und so lange zu regieren bis die demokratischen Machtverhältnisse wieder hergestellt sind.

Maximus, der nach über 2 œ Jahren sich nichts anderes sehnlicher wünscht als zu Weib und Sohn zurückzukehren, verneint erst diese Bürde die man ihn auferlegen will und gibt sich bis zum Morgen Bedenkzeit.
Eigentlich sollte traditionsgemäß der Sohn Commudus (Joaquin Phönix) dem Vater auf dem Thron folgen. Aber Marcus Aurelius der in seinen Sohn keinen moralischen, verantwortungsvollen Erben sieht, erklärt ihm das er nicht Kaiser sein wird, sondern Tribun Maximus die Nachfolge antreten soll.

Erbost, gekränkt und eifersüchtig tötet der Sohn seinen greisen Vater und macht sich dadurch zum Imperator, zum Herrscher über das Römische Reich. Einer seiner ersten Befehle ist es den Widersacher und seine Familie töten zu lassen. Maximus wird in Haft genommen, kann aber verletzt fliehen und findet auf seinen verwüsteten Anwesen Frau und Kind gekreuzigt vor...

Erschöpft und gebrochen wird er von Sklavenhändlern gefunden. Fortan wird der Tribun als Sklave als Gladiator zum Vergnügen der Menschen kämpfen und töten müssen...doch er hat nur ein Ziel vor Augen - Rom - das Colosseum um sich zu rächen, in diesem oder im nächsten Leben.....

Kritik - Meinung.

Alleine die erste Viertelstunde dieses Epos zeigt in welcher Richtung sich der Film bewegen wird. Eine immer währende Gratwanderung zwischen Loyalität, Trauer, Kampf und Opfer, aber auch Hoffnung und Liebe.

Die Figur des römischen Tribuns Maximus lässt nie Zweifel aufkommen das er kein Held ist. Maximus kämpft nicht um Ruhm und Ehre, nur ums Überleben. All seine Kämpfe auf dem germanischen Schlachtfeld oder im großartigem Colosseum Roms können ihm nicht die Erlösung und den Frieden bringen den er sich erhofft.

Der Film lebt von vielen kleinen Details die solch ein Epos erst wirklich zur Legende machen können. Zum Beispiel die Szenen als Maximus immer vor einen Kampf eine Handvoll Erde aufnimmt und diese konzentriert und in sich ruhend zwischen den Händen verreibt. Der Film obgleich des Titels besteht nicht nur aus brutalen Kämpfen in der römischen Arena, nein, nein...sondern die Spannung hält sich bei den Zuschauern aufgrund der Emotionen der man sich nicht verschließen kann.

Beeindruckend auch als in dem Film ein betender Maximus dargestellt wird, der seine Ahnen darum bittet ihm beizustehen, ihn und seine Familie zu schützen. Gepaart mit der wunderschönen und sehr abwechslungsreichen Musik eine sehr wichtige Szene.

Russel Crowe der Darsteller des Tribuns der zum Sklaven wurde, bietet eine Präsenz, nicht nur eine Körperliche die seinesgleichen sucht. Mit viel Gespür und dem Sinn für die Dramatik leiht er seinem Charakter ungewohnte Tiefe und Glaubwürdigkeit. Selten habe ich bei einem Film mit der Hauptfigur so mitgefiebert.
Für seine schauspielerische Leistung hat er hier und das zu Recht die Auszeichnung den Oscar verdient.

Auf die anderen Hauptdarsteller gehe ich jetzt nicht weiter ein, obgleich sie Randfiguren sind, ist ihre schauspielerische Leistung sehr gut. Aber letztlich beherrscht Russel Crowe den gesamten Film und spielt jeden in die Ecke.

Eigentlich war es unmöglich den Film ohne eine gewisse Erwartungshaltung anzusehen. Doch wie ich Anfangs schon gesagt habe, sind die ersten fünfzehn Minuten ausschlaggebend dafür was in den nächsten Stunden kommen mag.

Wenn das römische Heer mit Maximus in einem verschneiten Wald gegen die Germanen kämpft, dann versteht es der Regisseur Ridley Scott den Zuschauer mit atemberaubenden Bildern zu beeindrucken.

Genauso, dass perfekt, teils aufgebaute und computeranimierte Colosseum und das antik gezeigte Rom lässt einen kurz innehalten und wer von uns schon wie ich in genau dieser legendären Arena in Rom stand weiß was großartigen visuelles Kino dem Zuschauer an Atmosphäre geben kann. Wenige Monate nach diesem Film war ich in Rom und als ich in diesem Jahrhundertealten Bauwerk stand blieb nicht nur ich vor Staunen stehen. Geschichte pur, ungefiltert....wer Rom besucht für den ist diese Arena ein absolutes Muss.

Fassen wir zusammen. Für mich, mit einer der besten Filme, nicht aufgrund der Actioneinlagen sondern vielmehr sehe ich hier den schauspielerischen Teil und den Historischen Hintergrund, die einzelnen Details z.B. Rom, die Atmosphäre des gesamten Filmes...! Die Story ist einfach gestrickt - Rache ist wohl das Losungswort was aber durchaus für den Zuschauer verständlich ist. Leider weist der Film auch etwas, aber nur etwas Längen auf....als es zum Schluß geht, kommt es mir jetzt so vor, als wäre Ridley Scott langsam müde geworden und möchte den Film schnell beenden. Die Dialoge im Film drehen sich immer nur um die Hauptaspekte dieses Epos, also Rache, Liebe, Hoffnung und Erlösung.

Gladiator" ist eine antike Tragödie und auch wenn der Film historisch nicht korrekt ist, darauf einzugehen würde jetzt zu weit führen, besticht dieser durch die Schauspieler, der Optik und letztlich auch der Musik von Hans Zimmer und Lisa Gerrard.

Jede Filmmusik die sich mit solch einem Thema beschäftigt muss ähnlich wie bei Film Klassikern wie "Ben Hur" und "Quo Vadis" gemessen werden. Das war keine leichte Aufgabe für Hans Zimmer und ohne den chorgleichen Einsatz von Lisa Gerrard wäre ihm das auch nicht gelungen. Ein Großteil des Filmes spielt in Marokko und das beeinflusste den Komponisten zur arabischen Folklore. Lisa Gerrard schuf mit den orientalischen Vokalstücken eine wunderbare Gänsehaut-Atmosphäre. Sie selbst spielt dabei auf klassischen Instrumenten der Region ihren Part mit.

Leider hat Hans Zimmer was seinen tragischen Teil der Musik angeht bei Richard Wagner ein wenig kopiert. Der Soundtrack ist zu empfehlen, und besonders weise auf die letzten vier Titel hin, denn da ist Lisa Gerrard eindeutig der aktivere Teil und sie ist einfach nur brillant.

Gladiator ist ein Film den man wahrscheinlich im Kino gesehen haben muss, denn auf DVD verfehlt er wirklich etwas an Wirkung. Monumentales Kino für die Großleinwand, für einen unterhaltsamen und emotionalen Abend.

Anmerkungen - Historische Grundlage

Ich weiß, dass man bei einem derart Historischen Epos immer auf den realistischen Hintergrund hinweist. Es gibt durchaus Historische Persönlichkeiten in dieser Tragödie z.B. Marcus Aurelius oder sein Sohn Commodus usw.

Kritiker zerpflücken gerne mal solche Filme und verweisen gerne auf Fehler. Der Film ist voll damit, es gibt sie ohne Ende, doch geht es immer um die Fehler, sollte nicht vielmehr der Film als Kunstwerk angesehen werden?! Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder man lässt sich mit diesem Film mitreißen was wirklich nicht schwer ist, oder der Geschichtslastige Zuschauer meckert bei der Kleidung, bei den Waffen, bei der Architektur usw. Die Leutchen die Wert auf Authentizität legen, brauchen sich den Film nicht anzuschauen.

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