Montag, 18. Februar 2008

Das Rätsel der Templer - Rezension von Michael Sterzik




Die Tempelritter hatten selbst in ihrer Zeit ihrer Epoche (1118 – 1312)erheblichen Einfluss auf die Königreiche in Europa. Der Orden der Templer vereinte das Rittertum mit der Gemeinschaft der Mönche. Die ursprüngliche Aufgabe des Ordens war es, die Handelswege in das gelobte, Heilige Land für die Pilger und Händler zu schützen und zu sichern. Der Einfluss der Templer stieg, sie verliehen gegen Zinsen ihr Geld, nicht wenig profitierten davon auch die Adeligen, und selbst Königshäuser gehörten zu den Kunden dieser „Priesterschaft“.

Um ihre Finanzen zu organisieren und das Geld an jeder Stelle zentral zu verwalten erschufen die Templer das sogenannte Kreditwesen, was wir zum großen Teil auch in unserer Zeit, Jahrhunderte später noch wiederfinden. Selbst die Buchführung war in dieser Zeit mehr nur als fortschrittlich.

Von wem hatten die „Krieger Gottes“ dieses Wissen? Es gibt unzählige Legenden, z.B. das die Templer vor den Wikingern „Amerika“ entdeckt haben. Und wie konnte der letzte Großmeister auf den Scheiterhaufen das Todesdatum des Königs und des Pabstes wissen?

Es ranken sich eine Vielzahl von Legenden und Geschichten um die Templer, nicht erst seit Dan Browns Sakrileg. Aber was fanden die Templer wirklich im Heiligen Land, im Tempel in Jerusalem? Den heiligen Gral, den Becher eines einfachen Zimmermannes, oder was wurde ihnen dort überreicht? Wo ist der Schatz der Templer geblieben? Diesen sagenumwobenen Schatz der König Philip so sehr wollte und deswegen am Freitag den 13. Oktober des Jahres 1307 die Templer quasi ausgerottet?

Die Templer waren inzwischen zu einer festen und nicht zu unterschätzenden politischen Größe geworden, auch ihre Militärische Erfahrung und ihre Stärke waren dem französischen König Philip IV. und dem Pabst ein Dorn im Auge. Beide planten einen weiteren Kreuzzug, aber Philip fehlten die finanziellen Mittel, und zudem war er selbst bei den Templern hoch verschuldet. Mit Erpressung schlug er den amtierenden Pabst Clemens auf seiner Seite. Das durchorganisierte Polizeiunternehmen, dass erste in der Geschichte wurde ins Rollen gebracht. Am Freitag den 13. Oktober des Jahres 1307 wurden die Templer überraschend festgenommen, Gelder und Grundstücke, Waren und Waffen beschlagnahmt. Die Verhaftungen und Konfiszierungen waren der Anfang vom Ende dieses Ordens. Fast alle Templer wurden verurteilt, gefoltert und kurzerhand auf den Scheiterhaufen verbrannt. Die Anklagepunkte waren, Sodomie (im diesen Fall (Homosexualität), Häresie und Götzendienst.

In dem Roman von Martina Andres geht es um das tragische Schicksal der Tempelritter in dieser besagten Zeit. Mit der Verhaftungswelle im dunklen Oktober beginnt der Roman „ Das Rätsel der Templer“.

Story – Geschichte.
In der Templerniederlassung Bar-sur Aube bekommt der Ordensritter Gero von Breydenbach mit einer kleinen Gruppe von Rittern einen geheimnisvollen Auftrag. Dieser soll den Fortbestand des Ordens sichern. Henri de Our bewegt sich mit seinen Prophezeiungen und Vermutungen auf dünnem Terrain gegenüber Gero, gibt diesem aber detailierte Anweisungen und Ratschläge. Henri erzählt Gero über die nahende, bedrohliche Gefahr und bekräftigt immer wieder die Brisanz und Wichtigkeit der Mission.
Das „Haupt der Weisen“ gilt es nach Deutschland zu bringen, dass vor den Übergriffen des französischen Königs und seiner Gerichtsbarkeit recht sicher sein soll….

Gero sucht sich für seine Mission nur die treuesten Freunde aus, einschließlich seinen noch sehr jungen Knappen Matthäus. Nur seinem besten Freund Struan MacDhughail vertraut sich Gero an, doch auch dieser hat seine eigenen Probleme mit dem Orden und seiner Verpflichtung diesem gegenüber. Sein Templerherz hat er trotz seines Gelübdes an einer Kaufmannstocher verloren. Diese Liebe ist für ihn alles geworden, und die Situation ist noch komplizierter, da Amelie ein Kind unter dem Herzen trägt.

Gero verwirrt aber zuversichtlich versammelt seine Freunde doch die Söldner und Soldaten von König Philip sind schneller. Sie überfallen die Komturei von Bar-sur-Aube und richten ein Blutbad an. Nur mit Mühe und Glück können Gero, Struan, Johan van Elk und der junge fliehen. Amelie, Struans Geliebte und der unbeliebte, intrigante Bruder Guy de Gislangham schließen sich den Rittern an.

Auf der Flucht in die Deutschen Landen wird die Gemeinschaft verfolgt. Geros Ziel ist die heimatliche Burg Breydenbach in der Eifel. Hier hofft er Zuflucht zu erhalten, da sein Vater dem Orden zugesprochen ist und selbst schon für diesen gekämpft hat.

Guy de Gislangham erweist sich jedoch als falsche Schlange und er verrät die Ritter an die Häscher des Königs. Es entbrennt ein Kampf aber auch hier kann Gero sich retten. Doch erneut werden die Ordensbrüder in einem Kampf mit Räubern und Wegelagerern verwickelt. In der Nähe des Klosters Hemmerode verschwinden Gero und sein Knappe Matthäus spurlos und landen in einem amerikanischen Forschungsinstitut 700 Jahren später das sich mit Quantenphysik und Raum-Zeit Forschung befasst….

Tom und Paul die zwei führenden Köpfe des Forschungsprojektes geraten in Panik und verstecken die beiden Zeitreisenden bei Toms Ex-Verlobten Hannah….

- Kritik –
Martina Andrè erzählt in ihrem Roman „Das Rätsel der Templer“ von einer phantastischen Theorie. Ihre Story ist eine Mischung aus Science Fiction gepaart mit einem großen Teil Elementen eines Historischen Romans der zu beiden Teilen unterhaltsam und spannend ist.

Wie schon angerissen spielt die Geschichte in zwei Zeitebenen die sich aber nicht ständig vermischen sondern Teil für Teil erzählt werden. Der ersten Teil des Romans behandelt die Zerstörung der Komturen, die Zerschlagung des Ordens ins Frankreich und die Flucht vor den Soldaten des französischen Königs nach Deutschland. Abrupt später geht die Handlung in unserer heutigen Zeit weiter.

Für die Leser wird es nun aber überhaupt nicht verwirrend. Martina Andrè beschreibt die Zeitmaschine, bzw. deren Technik sehr ausführlich. Leser werden hier Parallelen zu Michel Chrichtons „Timeline“ erkennen. Doch verfängt sie sich hier nicht in langweiligen Theorien.
Martina Andrè schafft es die verschiedenen Genres mit Bravour zu verbinden. Augenzwinkernd und nicht unrealistisch behandelt sie die Konfrontation der Protagonisten aus dem 13 Jahrhundert mit dem Jahre 2004.
Dieser Part wirkt nicht kitschig…einzig und allein merkwürdig und mit zu vielen Zufällen untermauert empfand ich es das die beiden Zeitreisenden bei einer ehemaligen Studentin der mittelhochdeutschen Sprache eine Zeitlang unterkommen und wenig später einen Sachverständigen und resoluten Mittelalter experten begegnen.

Die Sprache der Autorin besticht durch ihren Sinn fürs Detail. Ihre Figuren sind liebevoll und lebendig erzählt. Nicht ohne die menschlichen Ecken und Kanten vermissend ist der Roman in beiden Zeitebenen sprachlich gut aufgebaut. Der Spannungsbogen verläuft steigend und erreicht wie es sein muss, seinen Höhepunkt am Ende der Geschichte.

Die Historischen Fakten sind recht umfangreich und ausführlich recherchiert worden. Die kleinen Nebengeschichten rund um die Gerüchte und Legenden der Templer rücken immer wieder hervor, dabei sind sie gut strukturiert und an passender Stelle eingebunden..

Die Erklärungen der Errungenschaften der Templer sind überzeugend. Der Templerorden hat viele Erfindungen nach Europa gebracht. Zum Beispiel das arabische Zahlensystem, das Bankwesen mit Erfindung des Scheck- und Wechselbriefsystems, die Kontoführung und Überweisungen für Kaufleute, nicht zu vergessen die Struktur und den Aufbau der Handelswege und ihr Wissen im Bereich der Medizin sind einzigartig. Aber woher stammt dieses Wissen genau?

Das Schicksal der Templer liegt zum Teil sicherlich in ihre kindlichen Naivität. Der Orden konnte sich über die Staatsgrenzen hinweg bewegen, nur dem Papst verpflichtet, dazu unermesslich reich, zudem noch Geldgeber für viele Königshäuser bauten sie sich eine Machtposition auf die jeden weltlichen Herrscher den Neid ins Gesicht zeichnete. Der Aufstieg des Ordens war brillant organisiert, die Vernichtung beispiellos grausam.

Wie in vielen oder allen Romanen und Geschichten die mit dem Faktor „Zeit“ spielen fragt sich der Leser „Was wäre wenn“? – die Struktur und Ablauf der Zeit verändert wird? Kann man diese überhaupt ändern, oder ist das Schicksal schon vorherbestimmt ohne das man egal wie man es anstellt Einfluss darauf nehmen? Am Ende bleibt diese Frage für meine Verhältnisse nicht geklärt, wie auch?!

Um nochmal zur Handlung zu kommen; Martina Andrè überzeugt in einer Mixtur aus History und Mystery mit einer Prise S.F. Der Spaß am Lesen ist eine Garant bei diesem Roman. Die Packenden Kampfszenen sowie die romantischen Liebeszenen werden alle Geschlechter gleichsam sehr gut unterhalten können.

-Fazit -

Martina Andrè versteht ihr Talent einzusetzen. Mit ihrem Roman „Das Rätsel der Templer“ erhält sie Bestnoten für die Bereiche im Historischen und Mystery Genre, nur der Part der Science Fiction fällt ein wenig schwächer aus. Der Roman konnte mich sehr gut unterhalten, sicherlich ist das Thema Zeitreise schön öfters interpretiert und erzählt worden doch Martina Andrè schafft es überraschende neue Aspekte in diesem Genre hinzufügen zu können.

Zu guter Letzt hat mich auch die Aufmachung des vorliegenden Buches überzeugt. Obwohl ein Taschenbuch ist die Deckseite künstlerisch nett gestaltet. Das „Croix Pattèe, dass Ordenskreuz des Templerordens ziert diese. Am Ende des Buches gibt es für den Geschichtsinteressierten Leser umfangreiches Kartenmaterial und die Autorin erklärt sich zum Thema „Historisches und Erfundenes“. Eine Danksagung und ein Vorwort eröffnen und schließen den Roman gut ab.

Michael Sterzik (2008)

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